1.0 Verein

Die Zwergenfarm ist eine Eltern-Kind-Gruppe in Degerloch, die 2002 zur Betreuung von Kleinkindern im Alter von 0-3 Jahren gegründet wurde. Start der Kinderbetreuung war im März 2003. Getragen wird der Verein von den Eltern, deren Kinder die Gruppe besuchen. Die Gruppe bestand zunächst aus zehn, ab September 2003 aus fünfzehn Kindern. Seit 01.04.2007 werden in 1,5 altersgemischten Gruppen 22 Kinder von 1–6 Jahren betreut. Der Verein finanziert sich über die Beiträge der Mitglieder sowie über Spenden. Die Einrichtung wird öffentlich unterstützt durch das Jugendamt der Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg. Der Vereinscharakter bringt es mit sich, dass jedes Mitglied eine Aufgabe im Verein übernimmt. Anmerkung: Im Folgenden sind "Eltern" gleichzusetzen mit "Sorgeberechtigten".

2.0 Grundkonzeption

Die spezielle Konzeption der Eltern-Kind-Gruppe verpflichtet die Eltern zu einem hohen Eigeneinsatz und zu einer besonderen Verantwortung gegenüber der Gesamtgruppe. Im Gegenzug dazu sind die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und die Möglichkeiten, Einblick und Teilhabe am Gruppengeschehen wesentlich größer als in einem öffentlichen Kinder-Betreuungsmodell. Die pädagogischen Entscheidungen obliegen der Leiterin nach Rücksprache mit dem Team und der Elternschaft.

3.0 Geschäftsordnung

3.1 Aufnahmebedingungen

Die Aufnahme wird nach folgenden Kriterien durchgeführt:

  • Vorgaben Jugendamt
  • Altersstruktur der Gruppe
  • Bereits aufgenommene Geschwister
  • Geschlechterstruktur der Gruppe
  • Berufstätigkeit der Eltern
  • Soziale Dringlichkeit
  • Integrationsmöglichkeit
  • Wohnsitz

Geschwisterregelung:

Grundsätzlich hat die Aufnahme eines Geschwisterkindes Vorrang vor der Aufnahme eines neuen Kindes, wenn für das Geschwisterkind ein passender Platz frei ist.
Wenn einem Geschwisterkind ein freier Platz angeboten wird, dieser zu dem angebotenen Eintrittszeitpunkt jedoch abgelehnt wird, erlischt der Anspruch auf die Geschwisterregelung, und dieser Platz kann fremd vergeben werden.
Das Geschwisterkind muss sich dann hinter alle bis dahin geplanten Fremd- und Geschwisterkindaufnahmen anstellen, bis wieder ein geeigneter freier Platz zur Verfügung steht.
Sind für diesen freien Platz mehrere Geschwisterkinder geeignet, wird dem ältesten Kind der freie Platz angeboten.
Die Entscheidung über die Aufnahme trifft der Vorstand nach Rücksprache mit dem Team und der Elternschaft. Die Warteliste sowie Suche und Information von Interessenten wird von einem Elternamt übernommen.

3.2 Eingewöhnungsphase

Wenn mehrere Kinder gleichzeitig aufgenommen werden sollen, so ist in der Eingewöhnungsphase ein Mindestabstand von zwei Wochen zwischen den Aufnahmeterminen einzuhalten. Über die Reihenfolge der Aufnahme wie auch über den Aufnahmeabstand im Einzelfall wird in enger Abstimmung mit den ErzieherInnen entschieden.

3.3 Verbindlichkeit der Aufnahme

Die Aufnahme des Kindes wird verbindlich nach Unterzeichnung des Anmeldeformulars, des Betreuungsvertrags, des beiliegenden Krankenblattes sowie der Überweisung der Aufnahmegebühr an die Zwergenfarm e.V. Zudem sollte mindestens ein Elternteil Mitglied in der Zwergenfarm e.V. sein. Eine Mitgliedschaft im Verein ist optional. Dabei ist zu beachten, dass nur Vereinsmitglieder stimmberechtigt sind, wie es in der Satzung des Vereins in § 6 festgelegt ist.

Das Platzangebot kann von der Zwergenfarm vor Aufnahme des Kindes aus zwingenden Gründen (Zurückziehen der Finanzierungszusagen der Stadt etc.) jederzeit zurückgezogen werden.

3.4 Finanzierung der Einrichtung (Eltern-, Vereinsbeitrag und Aufnahmegebühr)

Die Einrichtung wird getragen über Eltern- und Vereinsbeiträge, Spenden und öffentliche Förderungen. Die Vereins- und Elternbeiträge richten sich nach Höhe der öffentlichen Zuschüsse. Sie werden in der Regel für ein Jahr bestimmt und können - falls erforderlich - auch rückwirkend angepasst werden.

Der Elternbeitrag je Kind für Vereinsmitglieder beträgt aktuell 205,00 € im Monat. Der Elternbeitrag je Kind für Nicht-Vereinsmitglieder beträgt aktuell 210,00 € im Monat. Darin enthalten sind jeweils 45,00 € Essensgeld im Monat. Er ist an 12 Monaten im Jahr, also auch während der Schließzeiten zu entrichten. Für Geschwisterkinder können gesonderte Regelungen durch die Mitgliedsversammlung getroffen werden.

Sollte am Jahresende unter Einbeziehung aller Spenden und Förderungen ein Fehlbetrag entstehen, so wird dieser anteilig auf die während des Jahres betreuten Kinder verteilt. Die Aufteilung der Kosten erfolgt somit nach Betreuungsmonaten. Bei unterjährig ausscheidenden Kindern kann ggf. eine Abschlagszahlung verlangt werden. Ausgenommen von der Fehlbetragsumlage sind Eltern, deren Elternbeitrag von staatlicher Seite übernommen werden.

Ein Vereinsbeitrag beträgt aktuell pro Mitglied 60,00 € im Jahr. Eltern, deren Kinder noch nicht in die Zwergenfarm aufgenommen sind, werden bis zum Eintritt des Kindes beitragsfrei gestellt.

3.6 Elternbeitrag

Bei Kündigung des Betreuungsverhältnisses durch die Erziehungsberechtigten ist der Beitrag für weitere drei Monate ab dem Folgemonat der Kündigung zu entrichten.

Spricht die Mitgliederversammlung eine Kündigung aus, wird der Beitrag bis zum Wirksamwerden der Kündigung fällig.

3.7 Kündigung

Ordentliche Kündigung

Beide Seiten können den Platz mit einer Frist von 3 Monaten zum Monatsende kündigen.

Außerordentliche Kündigung

Die Mitgliederversammlung kann den Platz mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende aus folgenden Gründen kündigen:

  • Das Kind fehlt mindestens 4 Wochen unentschuldigt.
  • Das Kind bedarf besonderer Hilfe, die die Eltern nicht mitwirkend in die Wege leiten oder unterstützen.
  • Bei Nichtentrichtung der Beiträge bis spätestens einem Monat nach Fälligkeit.
  • Bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen aus der Satzung, des Betreuungsvertrags und der Konzeption der Zwergenfarm.
  • Bei groben Verstößen gegen Beschlüsse des Elternabends/der Mitgliederversammlung.

Der schriftlichen Kündigung kann nur unverzüglich (max. eine Woche nach Kenntnis) widersprochen werden. Der Widerspruch ist schriftlich an den Vorstand zu richten.

3.8 Öffnungszeiten

Die Zwergenfarm ist von Montag bis Freitag geöffnet.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 17:00 Uhr, Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr

Die Öffnungszeiten können sich entsprechend der Nachfrage verändern. Längerfristige Änderungen der Öffnungszeiten müssen durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Die Anzahl der benötigten Betreuungspersonen wird auf die Anzahl der anwesenden Kinder abgestimmt.

3.9 Tagesablauf

Innerhalb eines Tages besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stille, Bewegung und Kreativität. Wichtig ist ein für die Kinder erfahrbarer, gut strukturierter Tagesablauf. Dazu gehören sich wiederholende und ritualisierende Tagesablaufspunkte und Elemente. Außerdem halten sich die Kinder mindestens einmal am Tag im Freien auf, unabhängig vom Wetter. Für geeignete Kleidung sorgen die Eltern.

8.00 - 9.00

Ankunft und Begrüßung der Kinder

8.30 - 9.00

optional Frühstück/Freispiel

9.00

Morgenkreis, Obstfrühstück,
anschl. Mäuse Zähneputzen

9.30

getrennte Angebote für Hasen und Mäuse

11.30

Mittagessen, anschl. Hasen Zähneputzen

12.00

Mittagsschlaf für die Kleinen. Für die größeren Kinder Angebote, um etwas zur Ruhe zu kommen.

ca. 14.15 Uhr

gemeinsames Nachtischessen

nachmittags

gemeinsame Betreuung aller Kinder

Ende

Kinder werden abgeholt

Die Kinder können entweder nach dem Mittagessen, nach dem Mittagschlaf oder nachmittags abgeholt werden. In Absprache mit den Eltern kann am Elternabend eine Abholsperre (15-17 Uhr) an einem oder zwei Nachmittagen vereinbart werden, zurzeit dienstags und donnerstags. In der Zeit der Abholsperre können keine Kinder abgeholt werden. Die Gruppe hat dadurch mehr Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten: u.a. Spaziergänge und Spielplatzbesuche.

3.10 Essen

In der Zwergenfarm wird weitgehend vegetarisch mit Produkten aus ökologischem Landbau gekocht. Fleisch darf nur gereicht werden, wenn es aus ökologischem Landbau (z.B. Demeter, Bioland) stammt. Frisches Obst und Gemüse sollen täglicher Bestandteil des Essens, jahreszeitenentsprechend und keine Fertigprodukte sein. Als Zwischenmahlzeit sind frisches Obst, wenig gesüßte Mehlspeisen oder Milchprodukte sinnvoll. Von Süßigkeiten wird abgesehen. Getränke sind immer verfügbar und nicht gesüßt.
Die Kinder nehmen die Mahlzeiten gemeinsam ein.

Für die Mahlzeiten im Einzelnen gelten folgende Regelungen:

Frühstück

  • Kinder, die in der ZF frühstücken, bringen ein Vesper von Zuhause mit.

Obstfrühstück

 Es wird verschiedenes, geschnittenes Obst angeboten, z.B. Äpfel, Birnen, Bananen

Mittagessen

  • Grundsätzlich gibt es zum Mittagessen nichts Süßes, wie z.B. Grießbrei, Waffeln, Milchreis o.ä.
  • Die Mittagsmahlzeit besteht aus Kartoffeln/Nudeln/Reis/Getreide sowie Gemüse.
  • Zusätzlich bieten wir jeden Tag Rohkost oder Salat an.
  • 1-mal pro Woche wird Fleisch (Bio) angeboten.
  • 1-mal pro Woche soll Fisch angeboten werden. Der Fisch kann entweder an der „Fischtheke des Vertrauens“ frisch oder tiefgefroren eingekauft werden. Er wird grundsätzlich gebraten, gekocht oder gegart, nicht aber geräuchert oder roh angeboten.
  • Um Einseitigkeit zu vermeiden werden Vollkorn- und Weizenprodukte im Wechsel angeboten.
  • Fertigprodukte (Nudelsaucen etc.) und Geschmacksverstärker (Maggi, Fondor etc.) finden grundsätzlich keine Verwendung.
  • Obst und Gemüse sollen möglichst nach Saison sowie biodynamisch und beim Erzeuger eingekauft werden.

Nachmittag/Vesper

  • Nach dem Mittagsschlaf erhalten die Kinder eine Nachmittagsmahlzeit, die in erster Linie aus Obst und/oder Vollkornprodukten sowie Milchspeisen besteht.

Getränke

  • Hauptgetränk in der Zwergenfarm ist Wasser. Fruchtsäfte finden nur beim Kochen Verwendung, nicht aber als Getränk.
  • Tee wird nur zum Frühstück angeboten.
  • Nur Biotees verwenden.

Für das Mittagessen und den Nachtisch haben die Eltern, die am jeweiligen Tag mit dem Kochdienst beauftragt sind, Sorge zu tragen. Die vorgesehenen Mahlzeiten sind von den Eltern im Voraus in die in der Küche aushängende Liste einzutragen. An den Tagen, an denen die Köchin kocht, sorgt der Elterndienst fürs Frühstück.

Die Auslagen der einzelnen Vereinsmitglieder für Lebensmittel können je nach Finanzlage und nach Beschluss der Mitgliederversammlung ganz oder teilweise erstattet werden. Die Kassenbelege werden im Küchenordner gesammelt.  Der Vorstand legt einen Richtwert für die Verpflegungskosten/Tag fest.

Alle Personen, die in der Zwergenfarm kochen, müssen an einer Erstbelehrung und den entsprechenden Folgebelehrungen durch das Gesundheitsamt teilgenommen haben und die Bestimmungen einhalten. Die Belehrungsbestätigung ist beim Küchenamt abzugeben.

3.11 Hygiene

Die Kinder werden zur Selbständigkeit bei Hygiene und Pflegemaßnahmen angeregt. Deshalb werden die Hände regelmäßig gewaschen und die Zähne geputzt. Das Trockenwerden der Kinder erfolgt in Absprache mit den Erziehungsberechtigten.

3.12 Aufsichtspflicht

Die Aufsichtspflicht der ErzieherInnen besteht während der Zeit des Aufenthalts des Kindes in der Einrichtung. Sie beginnt mit dem Eintreffen und der Übergabe des Kindes in der Einrichtung und endet mit dem Verlassen der Einrichtung und der Übergabe des Kindes an die/den Erziehungsberechtigten.

Der Übergabe des Kindes ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Beim Eintreffen in der Zwergenfarm gilt grundsätzlich, dass die Aufsichtspflicht der ErzieherInnen beginnt, sobald sich der Erziehungsberechtigte von seinem Kind verabschiedet und dies vorab einer der ErzieherInnen signalisiert hat. Beim Abholen übernehmen die Eltern von dem Moment an die Aufsichtspflicht, an dem sie sich ihrem Kind zeigen. Für den reibungslosen Übergang der Aufsichtspflichten haben beide Seiten Sorge zu tragen.

3.13 Vertretung der Erziehungsberechtigten

Für die Eltern vertretungsberechtigt sind lediglich diejenigen Personen, die von den Eltern ausdrücklich benannt wurden.

Das Abholen eines Kindes durch einen Vertretungsberechtigten ist den ErzieherInnen mitzuteilen. Die Übergabe der Kinder an andere Personen ist nicht erlaubt.

3.14 Bring- und Abholzeiten sowie Fehlen des Kindes

Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten haben sich grundsätzlich an die vereinbarten Betreuungszeiten zu halten. Ein Fehlen des Kindes ist telefonisch den Erzieherinnen spätestens bis 1 Stunde nach Betriebsbeginn mitzuteilen.

3.15 Ferienregelung

Die Einrichtung bleibt zweimal im Jahr – 2 Wochen über Weihnachten/Neujahr und 2 Wochen im Sommer geschlossen. Während dieser Zeit bietet der Verein keine Kinderbetreuung an. Über den Termin der Schließzeiten entscheidet die erste Mitgliederversammlung im neuen Schuljahr.

3.16 Personal

Die personelle Besetzung richtet sich nach den jeweils gültigen städtischen Personalausstattungsgrundsätzen. Die Betreuung der Kinder wird je nach Finanzlage des Vereins neben den Erzieherinnen auch durch einen FSJ’ler übernommen. Bei personellen Engpässen (Krankheitsfälle) springen die Eltern mit Elterndienst ein. In Urlaubsfällen regelt das Team die Vertretung.

Die Leiterin und bei Bedarf die übrigen Erzieherinnen nehmen an den Elternabenden und ggf. an den Mitgliederversammlungen teil. Personal-, Finanz- und vereinsinterne Themenbesprechen die Eltern in internen Tagesordnungspunkten unter sich.

Eine angestellte Putzkraft sorgt regelmäßig für Sauberkeit in den Räumlichkeiten.

Das tägliche Aufräumen/Sauberhalten übernehmen die ErzieherInnen.

Weisungsbefugnis gegenüber den Erzieherinnen hat allein der Vorstand.

3.17 Elternabende

In der Regel findet alle vier Wochen, mittwochs, ein Elternabend statt. Dazu finden im Jahr vier pädagogische Elternabende statt. Die Vorbereitung der pädagogischen Elternabende übernimmt das Team in Absprache mit den Eltern. Bei Bedarf werden weitere Elternabende anberaumt.

Das Erscheinen eines Elternteils ist obligatorisch. Ein Fehlen ist rechtzeitig zu entschuldigen.

Der Elternabend kann über alle Anträge entscheiden, die nicht per Satzung durch den Vorstand oder die Mitgliederversammlung entschieden werden müssen.

3.18 Dienste und Vertretung im Krankheitsfall

Die Elternmitarbeit ist in Dienste und Ämter aufgeteilt.

Koch- und Elterndienst

Der Kochdienst beinhaltet das turnusgemäße Kochen des Mittagessens sowie den Einkauf der Lebensmittel für das Mittagessen sowie die Zwischenmahlzeit am Nachmittag, das Aufräumen und Sauberhalten der Küche sowie die Mithilfe beim Decken und Abräumen des Mittagstisches.

Der Elterndienst vertritt die ErzieherInnen und den Kochdienst im Krankheitsfall. Er muss auch dafür Sorge tragen, dass Obst fürs Obstfrühstück vorhanden ist. Falls kein Obst mehr aus der Obstkiste vorhanden ist, muss er welches einkaufen.

Koch- und Elterdienste werden in einer Liste in der Küche ausgehängt. Gegenseitige Vertretungen sind möglich und müssen von den betreffenden Eltern in die Liste eingetragen werden.

Ämter

Jedes Vereinsmitglied übernimmt mindestens ein Amt. Für die einzelnen Ämter existiert eine aktuelle Ämterliste.

3.19 Nutzung der Räume außerhalb der Betreuungszeiten

Die Räume können nach Rücksprache mit dem zuständigen Elternamt („Haus“) außerhalb der Betreuungszeiten von Eltern und deren Gästen genutzt werden. Voraussetzung ist, dass sich Räume und Inventar danach in einwandfreiem, betriebsbereitem Zustand wie vorgefunden (oder sauberer) befinden. Verbrauchsgüter und insbesondere Lebensmittelvorräte sind bei Verbrauch/Verzehr nachzufüllen. Bei Nutzung der Küche sind die lebensmittelhygienischen Vorschriften, die auch für den Kindergartenbetrieb gelten, zu beachten. Es dürfen keine Dinge/ Speisen zurückgelassen werden, die den Betrieb in irgendeiner Form beeinträchtigen könnten. Für Schäden am Inventar haften die Nutzer.

Eine Nutzung der Räume durch Dritte ist nicht vorgesehen und kann nur in Ausnahmefällen durch einen Elternabend beschlossen werden.

4.0 Pädagogosches Rahmenkonzept

Die Aufgabe der Eltern-Kind-Gruppe Zwergenfarm ist nach SGB 8 die Bildung, Betreuung und Erziehung. Das pädagogische Konzept entspricht den Inhalten des Orientierungsplans für Baden-Württemberg.

In unserer Einrichtung wird das Bildungsprojekt „Bildungs- und Lerngeschichten“ umgesetzt. Das Projekt und die zusätzlichen Beobachtungen bieten die Möglichkeit, die Lernprozesse der Kinder und deren Interessen stärker in den Blick zu nehmen. Das Kind erfährt dadurch mehr Aufmerksamkeit und Respekt. Es wird in seiner Individualität gestärkt.

Die Dokumentationen in Form von Lerngeschichten kommen in die Portfolios der Kinder und dienen dazu, die Lernprozesse der Kinder sichtbar zu machen. Im Dialog mit dem Kind werden nächste Schritte geplant und diese fließen in die Planung der päd. Arbeit ein.

Durch die bewusste Gestaltung der Räume und des Gartens werden die Selbstbildungsprozesse der Kinder angeregt. Die Eltern-Kind-Gruppe Zwergenfarm sieht es als ihre Aufgabe an, die Familien in der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, zu ergänzen und ausgleichend zu wirken. Die Kinder sollen sich wohl und geborgen fühlen. Daher wird in besonderem Maß auf die Befriedigung der körperlichen und seelischen Grundbedürfnisse der Kinder eingegangen.

Die Kinder werden in einer familienähnlichen und entspannten Atmosphäre zuverlässig und professionell betreut und altersangemessen gefördert, unter Berücksichtigung ihrer eigenen Persönlichkeit und Individualität. Ziel ist für uns, eine zugewandte und gut versorgte Betreuung sicherzustellen.

Eltern und Erzieherinnen arbeiten eng in Erziehungspartnerschaft zusammen.

Besonderen Wert legen wir auf eine professionelle Eingewöhnung der Kinder, bei der die Kinder langsam die neue Bezugsperson und Umgebung kennen lernen können. Auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder wird eingegangen. Im Bedarfsfall ist eine längere Eingewöhnungszeit möglich.

Des Weiteren ist uns wichtig, dass die Entwicklung sozialer Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Toleranz, Selbstbewusstsein und Konfliktfähigkeit gefördert werden.

Die Kinder sollen in ihrem Sein akzeptiert werden, sie sollen angeregt werden und Möglichkeiten aber auch Grenzen erfahren.

4.1 Umsetzung der pädagogischen Konzeption

Die pädagogische Arbeit orientiert sich am Kind. Dabei werden Anregungen, die den kindlichen Alltag bestimmen, aufgenommen. So kann ein räumliches und zeitliches Nebeneinander von verschiedenen Tätigkeiten in Gruppen oder allein erlebt werden. Die Raumgestaltung (Funktionsräume und -ecken) unterstützt diesen Ansatz.

Die Gruppe ist aufgeteilt in „Hasen“ (3-6 Jahre) und „Mäuse“ (1-3 Jahre), die vormittags normalerweise getrennten Aktivitäten nachgehen und altersspezifisch gefördert werden.

Die beiden Gruppenräume sind altersentsprechend gestaltet und bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Bewegung, zum gemeinschaftlichen Spiel, aber auch zum Rückzug. Das Spielmaterial lässt viel Freiraum zur Entwicklung der eigenen Kreativität.

Die Erzieherinnen beobachten, begleiten und unterstützen die Kinder und ihre Entwicklung. Bei Bedarf von individuellen Maßnahmen zur Entwicklungsförderung, wird dies mit den Eltern abgesprochen.

Jahreszeitliche Rhythmen und Feste werden in den Tagesablauf aufgenommen und integriert. Christliche Feste (z.B. Ostern, Weihnachten, Nikolaus, St. Martin, Erntedank) und Werte werden miteinbezogen. Es findet jedoch keine religiöse Prägung statt. Die Bedeutung der Christlichen Feste wird den Kindern erklärt und über das Leben Jesu berichtet. Wichtig ist uns dabei, den Kindern Wissen zu vermitteln über das Christentum als Teil unserer Kultur. Dabei wird der christliche Glaube als eine von vielen Weltanschauungen und Religionen definiert.

Die Kinder erkunden gemeinsam mit den Erzieherinnen die nähere Umgebung wie Spielplätze und den Wald. In diesem Zusammenhang lernen die Kinder Natur und Umwelt kennen und entwickeln in Ansätzen ein ökologisches Bewusstsein. Bei den „Mäusen“ sind zusätzliche Angebote oder Ausflüge nur mit Unterstützung der Eltern durchführbar.

Mit dem benachbarten Alten- und Pflegeheim finden gemeinsame Aktivitäten und Begegnungen statt.

In die Arbeit fließen auch Elemente der Waldorfpädagogik ein. (z.B. Gestaltung des Morgenkreises und des Jahreszeitentisches im Eingangsbereich).

Zur musikalischen Förderung gibt es regelmäßige Angebote, bei den „Mäusen“ einmal in der Woche Musikgarten, bei den „Hasen“ einmal in der Woche Rhythmik.

Gemeinsam mit den größeren Kindern werden verständliche und nachvollziehbare Regeln festgelegt, die konsequent durchgeführt werden.

Die pädagogische Konzeption soll in regelmäßigen Workshops überprüft und fortgeschrieben werden.

Die Umsetzung der päd. Ziele geschieht in der täglichen Arbeit vor allem im Freispiel. Durch die vorbereitete Umgebung (Räume/Spielmaterial) werden die Selbstbildungsprozesse der Kinder angeregt und gefördert. Geplante Angebote ergänzen die Umsetzung.

Ziel der pädagogischen Arbeit ist, das Kind in seiner gesamten Entwicklung zu fördern.

Dabei setzen wir besondere Schwerpunkte:

  • Entwicklung sozialer Kompetenzen
  • Natur kennen und begreifen lernen / Naturerfahrungen sammeln / ökologisches Bewusstsein entwickeln
  • Kognitive Entwicklung
  • Fantasie anregen / Kreativität fördern
  • Förderung der Motorik
  • Musikalische Förderung

Die Umsetzung dieser päd. Schwerpunkte (im Folgenden näher beschrieben) dient einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung. Durch diese Entwicklung werden auch die Grundlagen für die Schulfähigkeit gelegt.

„Zur Schulfähigkeit gehören kognitive Voraussetzungen, soziale und emotionale Kompetenzen sowie Anstrengungsbereitschaft und Motivation.“(Orientierungsplan für baden-württembergische Kindergärten)

Durch die regelmäßige Kooperation mit Lehrkräften der jeweiligen Grundschulen wird für die Kinder ein guter Übergang von der Kita in die Schule geschaffen.